Sunday Funday. Das gute Wetter ausnützen und so weiter… auch die meisten Berichte beginnen mit „bei strahlendem Kaiserwetter…“ Soweit so gut. Dieser Sonntag war verregnet, besser gesagt, es schüttete aus Kübeln! Wetterberichte in Tirol, Bayern und Italien wurden gecheckt und das Wetter sah überall gleich bescheiden aus. Uns überzeugte der Bericht von Ehrwald. „leichter Sprühregen und am Nachmittag zieht es auf“. Zielgebiet somit festgelegt und da mir die Coburger Hütte inklusive Drachensee und Seebensee seit ewigen Zeiten im Kopf als einer der schönsten Orte in Tirol rumgeistert, geht’s nun dahin. Wir haben bereits letzte Woche berichtet, welche Hütten in Tirol bereits Anfang Juni öffnen, damit ist klar, dass es auch was zum Trinken geben wird.

Schnell Sachen packen und auf!

Der ursprüngliche Plan war mit dem Bike hoch bis zum Seebensee und das letzte Stück zur Coburger Hütte zu Fuß. Wir flitzen über den Fernpaß und das Wetter wird tatsächlich besser: von heftigen Regen zu Regen, immerhin! Angekommen bei der Ehrwalder Almbahn stellen wir ernüchternd fest, dass Wetterberichte und Webcams nicht immer die Wahrheit sagen. Es regnet immer noch stark! Wie auch immer, nun sind wir hier, nun wird was getan. Allerdings haben wir etwas umdisponiert, statt mit Bike geht es mit dem Lift rauf zur Bergstation und zu Fuß zum Seebensee und falls das Wetter halbwegs wird weiter zur Coburger. Von der Bergstation der Ehrwalder Almbahn gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Bergtouren wie zum Beispiel die Gatterl Tour.

Unterwegs in den wunderschönen Bergwelten in Tirol

Von der Station ist es eine leichte Wanderung und auch ideal für Familien. Die ersten Meter folgt man der Forststraße zum zulaufenden Talende. Entweder weitergehen auf der Fahrbahn oder auf den Fußweg wechseln. Da wir ohne Bikes unterwegs sind, entschließen wir uns für den einfachen Steig durch den Wald. Die Wanderung zum Seebensee dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden und der Weg verläuft gemütlich mit leichten Steigungen auf- wie abwärts. Auf dem Weg liegt auch die Seebenalm, von dieser sind es nur mehr 30 Minuten.

Lasst euch sagen, der Regen hat sich in leichtes Nieseln verwandelt und der Seebensee hat sich von seiner besten Seite präsentiert. Auf 1657 Meter Höhe liegt der Hochgebirgssee umrahmt vom Vorderen Tajakopf, Vorderen Drachenkopf und der Ehrwalder Sonnenspitze. Dieser Anblick lässt die Herzen von Bergmenschen und Naturfreunden höher schlagen.

Auf zur Coburger Hütte

Okay, wenn wir schon so weit sind und es nur mehr leicht nieselt gehen wir weiter! Wir wurden aber auch von den Kaspressknödeln auf der Hütte gerufen. Diese thront wenige Höhenmeter über dem Seebensee. In Serpentinen geht es ca. 45 Minuten hinauf, an sonnigen Tagen ist auf dem letzten „Stich“ mit viel Fußverkehr zu rechnen aber dieses Mal hatten wir den Berg fast allein.

Oben angekommen kann man zum Drachensee schauen, ein Bergsee auf 1917m Höhe wie er im Bilderbuch steht. Wegen dem Nebel ist die Schönheit dieses Juwels nicht zur Geltung gekommen aber wir haben beschlossen bei schönem Wetter nochmal zu kommen und eine der zahlreichen Berg- oder Klettertouren zu machen.

Die Coburger Hütte befindet sich auf 1920 Meter Höhe und gehört zum Deutschen Alpenverein. Normalerweise ist sie von Anfang Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet und bietet auch einen Winterraum an. Die Sektion Coburg hat die Hütte 1901 erbaut, ziemlich rasch wurde die Hütte erweitert und mit einem Strom- und Wasseranschluss ausgestattet.

Stets wurde die Hütte saniert und den neusten Standards angepasst, heute verfügt die Hütte über ein Blockheizkraftwerk, aktuelle Energie- und Wassergewinnung, Abwasser und Abfall-Entsorgung sowie einem Seminarraum. Die Hütte verfügt über 80 Schlafplätze aufgeteilt in 2er bis 13er Lager. Seit 1991 bewirtet Familie Schranz die Hütte in der Mieminger Kette und verwöhnt seine Gäste.

 

Katie und ich haben gut gegessen und machen uns nach unseren Cappuccinos auf den Rückweg ins Tal. Dafür haben wir die gleiche Route gewählt, da das Wetter nicht unbedingt einladend war. Für den Rückweg zur Bergstation der Ehrwalder Bergbahnen haben wir ca. 1,5 Stunden gebraucht. Beim Abstieg hörte es auch auf zu regnen und die Umgebung präsentierte sich wieder in einem anderen Licht.

Sehr zufrieden ließen wir uns vom Lift ins Tal bringen und diskutierten über die anderen Wandertouren und Routen in diesem Gebiet. Allein zur Coburger Hütte gibt es mehrere Varianten die wir hier für euch aufgelistet haben:

Hoher Gang

Von Ehrwald aus nur für geübte Wanderer!
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich,
nur vereinzelte Teile sind mit Drahtseilen gesichert!

Seeben Klettersteig

Dieser ist ca. 45 Minuten von der Talstation der Ehrwalder Almbahn entfernt. Beginnend vom Seebenwasserfall kommt man zum Gaißbach und zum Seebensee. Nur für Geübte, der Schwierigkeitsgrad liegt bei D+. Drahtseilsicherungen im ausgesetzten Gelände sind vorhanden.

Immensteig

Der Zustieg beginnt ca. 300 Meter über der Talstation der Ehrwalder Almbahn, man quert einige Heuwiesen der Oberen Mähder und kommt auf die östlichen Ausläufer der Seebenwände. Der Steig ist teilweise gesichert.

Ausführliche Tourenbeschreibungen findet ihr direkt bei den Tourismusbetrieben rund um die Tiroler Zugspitzarena oder direkt bei der Ehrwalder Almbahn.