Unsere Sweetsticks-Freundin Katie ist mit Begeisterung Schneesportlehrerin, hier teilt sie einen Arbeitstag mit uns. Ein kurzer Bericht über einen wunderbaren Skitag in Lech am Arlberg oder aber auch eine Ode an den Alltag, wenn man seinen Beruf liebt 🙂

Endlich ist der langersehnte und auch bitter notwendige Schnee zu uns an den Arlberg gekommen. Über die komplette Weihnachtszeit haben wir hier keine einzige Schneeflocke weit und breit gesehen. Bei Frühlingstemperaturen und Kaiserwetter waren die Terrassen der Restaurants brechend voll und es war kaum möglich ein freies Plätzchen zum Mittagessen draußen zu bekommen. Leider hatte das super Wetter auch seine Nachteile, die vorhandenen Pisten zeichneten sich eher als weiße Streifen in der grünen Landschaft aus die sich im Laufe des Tages als reinster Eislaufplatz entpuppten. Einem Schlachtfeld nahe war am späten Nachmittag vor allem die Talabfahrt, wenn sich Ski- und Snowboardfahrer Schulter an Schulter gedrängt ins Tal gekämpft haben. Aber damit ist jetzt vorbei…endlich 😀

Die Schneefälle der letzten Tage haben die Region endlich wieder zu dem gemacht was sie ist, ein „Winterwonderland“ ein Paradies für Freerider und all diejenigen die sich abseits der Pisten wohl fühlen. Ich als Skilehrerin kann natürlich nicht an „Powder Days“ meine Gäste und Arbeit einfach stehen und liegen lassen aber wie es der Zufall will (oder es das Schicksal gut mit mir meint) bin ich momentan mit langjährigen Stammgästen in Lech am Arlberg unterwegs. Sicherlich noch lange keine Off-Piste-Profis aber, wenn ich darüber nachdenke das ich aktuell auch im Anfängergelände stehen könnte bin ich mit der momentanen Situation mehr als zufrieden.

Um 9:30 Uhr hole ich meine russische Prinzessin und ihre Freundin im Almhof Schneider in Lech am Arlberg ab, ein durchaus nobles Hotel und weit über meinem eigenen Budget. Mit nur wenigen Schritten gelangt man vom Skikeller (der diesen Namen wegen des top modernem Alpen Chic überhaupt nicht verdient hat) direkt auf die Piste zur Schlegelkopfbahn. Die Schlange ist riesig, jeder will als erstes oben sein. Während wir mehr oder weniger geduldig anstehen bzw. eigentlich eher das allseits bekannte „aktive Anstellen“ betreiben checke ich noch schnell den Lawinenlagebericht, erfreue mich daran das die Anzeigetafel der Bergbahnen endlich mehr grüne Haken (geöffnet) als rote Kreuze (geschlossen) hat und wundere mich, dass -20 Grad sich eigentlich gar nicht so kalt anfühlen, noch nicht!

Unser erster Weg führt uns auf das Kriegerhorn. Die Skirouten „Nordhang“ und „Osthang“ sollen unsere ersten Fahrten abseits der Piste werden. Das leicht verspurte Gelände ist ideal für die Mädels. Der Schnee ist ein Traum, locker, pulvrig und Kniehoch. Trotzdem ist Vorsicht geboten, die Schneefälle der letzten Tage waren zwar ergiebig doch aufgrund des starken Windes gibt es immer wieder Stellen an denen Steine, Felsen oder Büschel zum Vorschein kommen bzw. nur leicht bedeckt sind.

 

Waldwege, Buckel und Gummibärchen – Herz was willst du mehr?

sweetsicks_berghammer_skifahren_lech_arlberg_piste_sonne_unscharf_powder_skifahrerNatürlich war es nur eine Frage der Zeit bis eine der beiden Kopfüber im Schnee steckt. Das Gelächter ist groß, Stürze gehören einfach zum Lernprozess dazu. Unser nächstes Ziel soll die Skiroute am Steinmähder werden, schon vom Lift aus überlegen wir gemeinsam wo es denn am schönsten sein könnte. Wir entscheiden uns der breiten Masse zu folgen, die werden hoffentlich wissen wo es am besten geht bzw. wo die wenigsten Steine sind. So langsam machen sich auch die eisigen Temperaturen bemerkbar, die eine hat kalte Hände, die andere kalte Füße und meine Wangen sind mittlerweile auch gefühlt tiefgefroren. Eine Heiße Schoki muss her – doch nicht ohne davor den Nahbereich am Rotschrofen zu erkunden der eh quasi am Weg liegt.

Etwas ungewöhnlich ist sicher unser nächster Stopp, der hiesige Supermarkt. Die Mädels wollen unbedingt Süßigkeiten kaufen die es zuhause in Russland nicht gibt… von mir aus! Zu meiner Schaufel und Sonde gesellen sich im Rucksack 6 Tafeln Schokolade, 3 Tüten Gummibärchen und so einiges mehr. Direkt am Rüfiplatz befindet sich das Baristro, ein nettes Café das täglich wechselnde und super leckere Kuchen, Torten und Cupcakes anbietet. Der ideale Ort um sich noch ein wenig aufzuwärmen.

Besonders während der Hauptsaison bevorzuge ich es später Essen zu gehen, die Lifte und Pisten sind zur Mittagszeit wie ausgewechselt. Die absoluten Lieblingsplätze meiner Mädels sind nach wie vor die Waldwege rund um den Petersboden. Immer wieder entdecken und erkunden wir neue Wege. Steilkurven, Buckel und Schanzen reihen sich aneinander und wer nicht schnell reagiert landet im Tiefschnee oder im nächsten Baum. Hier beneide ich die Mädels eindeutig um ihre kurzen und wendigen Ski mit denen es wesentlich einfacher ist den schmalen Wegen zu folgen.

Die beste Pizza in Lech am Arlberg

Nach der ganzen Action knurrt uns allen der Magen, Zeit für eine spätes Mittagessen in unserem neuen Lieblingsrestaurant der Schneggarei. Wo es angeblich die besten Pizzas in Lech am Arlberg gibt. Wir entscheiden uns für eine klassische Salami Pizza und die Spezialität des Hauses „Schneggarei Pizza“ mit Steinpilzen, Trüffelcreme, Bacon und Büffelmozzarella. Ein Traum und definitiv jeden Cent wert! Natürlich darf auch die Nachspeise nicht fehlen, ein Kaiserschmarren! Obwohl wir schon papp satt sind genießen wir jedes einzelne Stück der österreichischen Spezialität, so gut war er davor tatsächlich nirgendwo in ganz Lech am Arlberg.

Während die ersten Gäste schön langsam zum Aprés Ski eintrudeln, schnappen wir uns unsere Skier und Skistöcke und freuen uns auf die letzten Pisten des heutigen Skitages. Mit jeder Abfahrt werden unsere Beine müde und schwerer. Kein Wunder, ein Blick auf die Uhr verrät es ist bereits 16:00 Uhr. Höchste Zeit die Talabfahrt in Angriff zu nehmen und die Mädels zurück ins Hotel zu bringen. Unser Tag endet da wo er angefangen hat, im Skikeller des Almhof Schneider. Zwei erschöpfte aber dennoch über beide Ohren grinsende Gesichter verabschieden sich von mir und wünschen mir einen schönen Abend.

Beim raus gehen fällt meine Blick ein letztes Mal auf meine heiß geliebten Zebra Stöcke die unter anderem ein Stocknagel mit dem Aufdruck „I Love Skiing“ ziert. Eins ist klar, ich liebe nicht nur Skifahren, sondern auch meinen Beruf als Skilehrerin der für mich mit Abstand der „Best Job Ever“ ist!