Beim Surfen im Internet stolperte ich über eine fantastische Aufnahme mit hunderten von Gefällt mir Angaben. Eine romantische, kleine Berghütte in eine massive Steilwand gebaut. Sofort teilte ich das Bild mit meiner Freundin Maggie, sie war auch hellauf begeistert. Unser erster Gedanke dazu „Da müssen wir hin!“ Der zweite war „die Hütte steht wahrscheinlich irgendwo im exotischen Nirgendwo. Da werden wir nicht so schnell hinkommen…“ Nach einer kurzen Recherche jubelten wir wie die Weltmeister! Denn die Hütte, bzw. die Region wo sich das zauberhafte Traumstück befindet ist ca. nur 2,5 Stunden in den Schweizer Alpen, mit dem Auto, von unserem Standort entfernt.

Sofort war klar: die nächsten freien Tage werden in der Schweiz im Aescher-Wildkirchli verbracht. Während Maggie sich um die Autoroute kümmerte nehme ich Kontakt mit den Hüttenwirten Nicole und Bernhard Knechtle online auf. Ganz unkompliziert sind zwei Schlafplätze von Montag auf Dienstag reserviert, denn wenn war schon hin pilgern, nehmen wir das volle Programm.

Unser Weg führt uns in die Schweiz

Genauer gesagt zum Alpstein dieser gehört in eine Untergruppe der Appenzeller Alpen welche zu den Kantonen Appenzell Innerhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen gehören.

Über den Arlbergpaß geht es Richtung Schweiz zum Wanderausflug. Um uns das Geld wechseln zu sparen, steuern wir in der Schweiz den ersten Bankomaten an. Soviel ich mich noch erinnern kann, war auf der Hütte nur Barzahlung möglich. Unser erstes Etappenziel ist der Bahnhof in Wasserauen, am Tagesparkplatz der Ebenalpbahn lassen wir unser Auto für zwei Tage stehen ließen. Wir schulterten unsere Wanderstöcke und Rucksäcke, an der Liftkasse werden rasch Wanderkarten und Informationsmaterial besorgt und nach einem kurzen Lagecheck steht der Plan für unseren Kurzurlaub. Eine anspruchsvolle Wanderung von Wasserauen hinauf zum Ebenalp über den Seealpsee um dann auf unserer Hütte in der Steinwand zu übernachten.

Die Tour ist anspruchsvoll, circa 5,5 km lang und man muss mit einer Gehzeit von ungefähr 2,5 Stunden rechnen. Vom Parkplatz geht es gleich relativ steil rauf zum Seealpsee. Dort angekommen wird man für die erste Mühe mit einer Wahnsinns-Aussicht auf den Säntis belohnt. Dieser ist der mit 2501,9m der höchste Berg in der Ostschweiz, vom Gipfel kann man in sechs Länder schauen: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich und Italien. Wir haben uns für die zwei Tage nicht so viel vorgenommen, wir schauen uns nur in der Schweiz um.

Schweizer Alpen, Seealpsee

Wir erklimmen den Ebenalp

Es geht weiter steil und technisch anspruchsvoll dem Hang entlang zur Ebenalp Bergstation, von dort hat man die Möglichkeit mit der Seilbahn gemütlich ins Tal zu fahren, wir gehen aber weiter zum Aescher-Wildkirchli. Der letzte Abschnitt führt uns bergab, runter zu den Wildkirchlihöhlen. Ein kleines Eremitenhäuschen am Weg informiert über die Höhlen und stellt Knochen sowie Werkzeuge aus der prähistorischen Zeit aus. Von der Höhle ist es nur mehr ein Katzensprung zu der Hütte. Unser Ziel blitzt langsam aus den Felsen hervor und zwar genau so wie wir es uns vorgestellt haben.

Schweizer Alpen, Seealpsee, Bergsee

Das Berggasthaus Aescher-Wildkirchli ist einer der schönsten Orte der Welt

Auf der Hütte angekommen begrüßte uns gleich der Wirt, wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen auf der Terrasse, bestellten Radler und ein großes Marend. Zufrieden lassen wir die Umgebung auf uns wirken. Über uns ragt eine ca. 100 Meter hohe Kalkwand leicht überhängend in den Himmel, in diese Wand ist auch die Beiz der Hütte geklebt. Ab und zu tropft Wasser vom Hang auf uns hinab. Familie Knechtle hat Nachwuchs und Haustiere, also alle Bewohner der Hütte hatten bei unserem Besuch Nachwusch. Das Baby wippte mit einer Art Bungee Sitz in der Küche auf und ab. Der Hund hatte unzählig viele Welpen und von den Kaninchen war auch ein frischer Wurf präsent. Man wusste gar nicht wen man zuschauen sollte. Ein Zwergpferd kam auf die Terrasse und schaute neugierig in die Hütte. Maggie und ich beobachten das bunte Treiben und führten später zusammen mit dem Hüttenwirt die Welpen Gassi.

Seilbahn Ebenalp in den Schweizer Alpen

Am Abend aßen wir im Gastraum zusammen mit anderen Wanderern. Bei einer Flasche Wein ließen wir den ersten Tag ausklingen. Leider ist es nicht mehr möglich im Aescher-Wildkirchli zu übernachten, man kann aber auf ein anderes Berggasthaus ausweichen.

Ein heftiges Gewitter zog in der Nacht über das Appenzellerland, in den Bergen klingen der Donner und der pfeifende Wind viel spektakulärer. Am nächsten Morgen war es frisch und sehr nebelig, was uns aber nicht abhielt die geplante Tour abzusagen. Wir bezahlten unsere Rechnung und verabschiedeten uns bei der Familie Knechtle.

Hüttenwanderung in den Schweizer Alpen

Unsere Wanderung führt uns zur Alp Chlus und über einen Zickzackweg weiter zum 1924 Meter hohen Schäfler. Diese Wanderung ist ab der Ebenalp-Bergstation eine der beliebtesten Kurzbergtouren. Bis zur Alp Chlus kämpfen wir uns durch eine Nebelsuppe, auch das Beweisfoto am Schäfler ist eher unspektakulär. Beim Abstieg allerdings kam doch noch die Sonne raus. Die Route führte uns zur Ebenalp Station anschließend wanderten wir weiter zur Bommenalp über die Gartenalp. Die letzte Etappe war der Blättliweg der uns zurück nach Wasserauen führte. Das Landschaftsbild wechselte stets zwischen steilen Felsen, schmalen Wegen und saftigen Weiden. Jede kleine Hütte hatte die Schweizer Fahne gehisst. Uns wurde die Schweiz so präsentiert, wie man sich die Heimat des Almöhis eben vorstellt. Ein weiteres Mal konnten wir feststellen dass Wandern glücklich macht!

Hier findet ihr eine Tourenübersicht rund um den Ebenalp,
die Links führen euch zu den detaillierten Routen:

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Leichte Wanderungen

Ebenalp–Chlus–Ebenalp
Dauer: ca. 1h
Distanz: 2.8km

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Mittelschwere Wanderungen

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Alpine Wanderungen

Leider gibt es nicht so viele Fotos, da unsere Speicherkarte beschädigt wurde. An dieser Stelle möchten wir uns bei Schweiz Tourismus für die tollen Bilder bedanken! Von diesem schönen Fleck in den Schweizer Alpen, wollten wir unbedingt berichten und ohne Fotos ist es eben nur halb so schön!