Es gibt kein besseres Reiseziel um dem Herbstblues (der bei uns natürlich eh nicht vorhanden ist) zu entfliehen, als die Kanarische Insel Teneriffa. Sommerliche Temperaturen, herrliches Essen und eine unglaublich beeindruckende Landschaft sind nur 3 Gründe warum es sich lohnt die Ski und Skistöcke noch einmal bei Seite zu stellen. Relaxen, Sonne tanken und wandern in Teneriffa.

Nach 5 Stunden Flugzeit mit Zwischenstopp in Madrid erreichen wir den Flughafen Teneriffa Nord bei strömenden Regen. Doch schon bei der Fahrt nach Santa Cruz wo wir die nächsten Tage verbringen werden lässt auf eine Wetterbesserung hoffen. Je näher wir ans Meer kommen desto besser wird das Wetter. Der Regen stoppt und als wir den Hafen der Hauptstadt passieren kommen so langsam die ersten Sonnenstrahlen raus.

Wir wohnen ganz in der Nähe des „Parque Garcia Sanabria“ ein wahrer Ruhepol inmitten der lauten und quirligen Stadt. Eine Vielzahl an Palmen und anderen tropischen Pflanzen spenden tagsüber Schatten. Breitere Wege kreuzen sich mit „verwunschenen“ Pfaden mehrere kleine und große Brunnen laden zum Verweilen ein und immer wieder entdeckt man Kunst-Skulpturen. Nach Anbruch der Dunkelheit hüllt sich der Park in ein mystisches Licht das auch die Einheimischen aus ihren Häusern lockt. Im unteren Bereich befindet sich ein Tapas Restaurant das immer sehr gut besucht ist. Etwas ruhiger und gemütlicher sitzt es sich in der oberen Bar in der wir unseren ersten und sicher nicht letzten Mojito genießen.

Der erste Tag

Mein nächster Morgen beginnt früh, die Stunde Zeitumstellung lässt mich um 6:00 Uhr hellwach und putzmunter sein. Draußen ist es noch stockdunkel, die einzigen Lichter sind die Beleuchtung der Straße doch als ich merke das schon reges Treiben draußen herrscht beschließe ich meine Laufschuhe zu packen um rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Strand zu sein. Leider hatte ich die Distanz mehr als nur unterschätzt. So kommt es das ich trotz 2 Stunden laufen den Sonnenaufgang im Hafen zwischen den Kreuzfahrtschiffen erlebe. Nach dem Frühstück geht es auf den Afrikanischen Markt der täglich stattfindet.

Durch den hohen orientalischen Torbogen gelangt man in die Markthalle in der man sofort mit einen wundervoller Duftmischung aus Gewürzen umgeben ist. Hier lohnt es sich Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse zu kaufen, die Auswahl ist enorm und überzeugt mit hervorragender Qualität. Ganz ehrlich, ich habe selten so leckere Mangos und Maracujas gegessen. Den Nachmittag verbringen wir am „Playa de las Teresitas“ einem künstlich mit Sahara Sand angelegtem Strand der karibisches Flair verbreitet. Die Après Beach Party dürfen wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen. Direkt am Strand befinden sich mehrere Hütten die Cocktails in Kombination mit spanischer Musik bieten. Und eins muss man den Inselbewohnern lassen, nachmittags Party a la Après-Ski funktioniert auch hier fantastisch nur eben mit Füße im Sand statt Skischuhe.

Wandern auf Spanisch

Freitag sollte unser „Wandertag“ werden und die Betonung liegt hier ganz klar auf sollte. Aber fangen wir mal von vorne an… Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns bepackt mit langer Hose, Jacke und Brotzeit (die Wanderstöcke hatten im Handgepäck leider keinen Platz) bei 28 Grad auf den Weg zum „Parque Nacional El Teide“. Unser Ziel der 3718 Meter schneebedeckte Vulkan. Die Fahrt von Meereshöhe auf 2356 Meter zur Talstation der Seilbahn führt und durch eine irre Landschaft, angefangen mit den Palmen in Santa Cruz gelangen wir zur Universitätsstadt La Laguna die wir bereits bei unserem letzten Besuch besichtigt haben. Die Altstadt trägt seit 1999 den Titel Weltkulturerbe und lädt mit ihren kleinen Gassen zum Bummeln und Verweilen ein.

Heute wollen wir allerdings weiter und gelangen in einen nicht enden wollenden Pinien- und Kiefernwald wie er genauso auch bei uns in Tirol stehen könnte. Immer wieder fahren wir rechts ran, um neue Aussichtspunkte zu erkunden und endlich erhaschen wir den ersten Blick auf den beeindruckenden Vulkan.

Auch das schneeweiße Observatorium, die Teide-Sternwarte, ist nicht mehr weit, aber dafür bleibt heute leider keine Zeit. Die Straße wird enger, der Verkehr mehr. Immer wieder müssen wir stehen bleiben, weil uns riesige Reisebusse entgegenkommen. Spätestens jetzt fühlen wir uns wie auf einem anderen Planeten. Hinter jeder Kurve verbirgt sich ein neues Panorama, die Gesteinsfarben und Felsformationen ergeben ein bizarres Bild das uns eher an eine Mond- oder Marslandschaft erinnert. Die Seilbahn in Sichtweite parken wir unser Auto und können es kaum erwarten endlich Hoch zu kommen…

Shopping als Ersatz zum Wandern in Teneriffa

Die Ernüchterung folgt schnell, leider ist die Fahrt und das Wandern aufgrund des starken Windes und Frost nicht möglich. Wir erkunden zu Fuß die nähere Umgebung, essen in traumhafter Kulisse unsere mitgebrachten Brote und einigen uns schnell auf einen Ersatzplan. Ein Nachmittag in Puerto de la Cruz dem Touristen Hotspot im Norden der Insel soll es werden. Der schönste und zugleich größte Strand ist eindeutig der Playa Jardin. Der schwarze Vulkansand in Verbindung mit den Wellen bereitet uns das pure Urlaubsfeeling. Wir genießen es einfach mal nichts zu tun, versinken in unseren Büchern und vergessen die Zeit. Erst als unsere beste Freundin die Sonne verschwindet merken wir wie spät es geworden ist und schlendern zum Abschluss dieses gelungenen Tages entlang der Promenade vorbei an Bars, Restaurants und Souvenir Shops.

 

Auch die nächsten beiden Tage zieht es uns wieder in den ruhigen Norden der Insel. Besonders beeindruckt hat mich Punta del Hidalgo. Wer hier an einen breiten Sandstrand denkt liegt völlig falsch. Am Playa del Arenisco befindet sich ein Meerwasserpool der Schutz vor der hier doch sehr starken Strömung bietet jedoch je nach Tageszeit ein wahres Wellenbad ist. Nicht entgehen lassen sollte man sich einen Besuch in einem lokalen Restaurant, die Fische sind fangfrisch und werden richtig lecker zubereitet. Im Herbst/Winter herrschen hier ideale Bedingungen zum Surfen und beim Anblick der hübschen Männer in Neopren wird mir klar was ich am nächsten Tag machen werde.

Die Insel ist sehr sehr vielfältig

 

Schon die Reise zu unserem nächsten Ziel Almáciga zeigt Teneriffa von einer ganz anderen Seite. Die Fahrt durch das Anaga Gebirge bietet spektakuläre Ausblicke und lässt uns auch dieses Mal öfter am Straßenrand stehen bleiben um die geniale Aussicht zu genießen. Über einen steilen und schmalen Steig entlang der Klippen erreichen wir den Playa de Benijo. Ich kann es kaum erwarten, bewaffnet mit einem Bodyboard in die Fluten zu stürzen. Die Wellen sind grandios und sicher nur für geübte Schwimmer geeignet. Besonders bei den Canarios ist der feine Naturstrand sehr beliebt, hier trifft man kaum Touristen. Als Geheimtipp kann ich euch das Restaurant El Frontón empfehlen, original kanarische Küche zum fairen Preis.

An unserem letzten Tag zieht es uns in den Süden, El Medano ist der Kite- und Windsurf Hotspot der Insel. Hier findet man vor allem jüngeres Publikum. Wir lassen es heute etwas ruhiger angehen und beobachten das wilde Treiben von einer der zahlreichen Strandbars aus. Ihr solltet die Insel nicht verlassen ohne vorher mindestens einen Barracquito getrunken zu haben. Die kanarische Kaffeespezialität wird aus Kondensmilch, Espresso, Licor 43 einer Limettenschale und etwas Zimt hergestellt. Köstlich!!! Voll getankt mit neuer Energie starten wir unser letztes geplantes Projekt: Shoppen! Zurück in Santa Cruz schlendern wir von einem Geschäft ins andere, kleine Boutiquen reihen sich an bekannte große Modeketten, geöffnet bis 22.00 Uhr was will das Shoppingherz mehr!? Vollgepackt mit unseren neuen Errungenschaften lassen wir die Erlebnisse und Eindrücke der letzten Tage bei einem letzten Mojito Revue passieren.

Wir kommen wieder, keine Frage!

 

 

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